Kita Pamina

Die „Kita Pamina“ auf dem Siemens-Sportgelände an der Hertzstraße in der Karlsruher Nordweststadt bietet Platz für 45 Kinder, vom Säuglings- bis zum Schulalter. Eine Initiative von der Stadt Karlsruhe und Siemens machte dies möglich. Die AWO wurde von der Stadt als Bau- und Betriebsträger ausgewählt und entwickelte ein fachlich qualifiziertes pädagogisches Konzept.

 

Die deutschlandweit einmalige Kindertagesstätte mit einer deutsch/französischen Ausrichtung und Sportangebot entstand aus einer Industrie-, Stadt- und freier Träger-Kooperation. Darauf zeigten sich die Vertreter der Stadt, der AWO-Vorsitzende und der stellvertretende Geschäftsführer Gustav Holzwarth, sowie Siemens-Vertreter sichtlich stolz. Wie Jochen von Kamp sagte, wolle Siemens hier unter anderem einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung leisten. Die Plätze wurden nach dem Anteil der Investitionen vergeben.


Für Siemens-Industriepark-Mitarbeiter aus dem Pamina-Raum stehen 15 Plätze zur Verfügung; die restliche Vergabe oblag und obliegt der AWO. Das Projekt wurde von Bürgermeister Harald Denecken und dem Geschäftsführer des Siemens Industrieparks Karlsruhe, Peter Grimm, ins Leben gerufen. Auf dem Gelände der Sportgemeinschaft Siemens (SGS) in der Nordweststadt fand man einen geeigneten Platz und mit der AWO einen kompetenten Träger. Die Idee der Stadt, einen „Sportkindergarten“ zu schaffen, wurde von der Sportgemeinschaft Siemens (SGS) mit Begeisterung aufgenommen und unterstützt.


Sportlehrer der SGS fördern die sensorischen und motorischen Fähigkeiten der Kinder, was deren Persönlichkeitsentwicklung zugute kommen soll. Das gemeinsame Erlernen von Bewegungsabläufen, eigener Körperwahrnehmung und Körperbeherrschung bildet einen pädagogischen Schwerpunkt. Da viele Siemens-Mitarbeiter aus dem deutsch-französischen Pamina-Raum (Palatinat mittlerer Oberrhein und Nord Alsace) kommen, wurde auf Anregung der SIK-Geschäfts-führung ein gemeinsames Projekt mit dem Büro der Pamina-Region mittlerer Oberrhein und Kindergartenträgern in Wissembourg und Bad Bergzabern initiiert. Fördermittel wurden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung beantragt und auch bewilligt. Die Pamina- Kindertagesstätte steht somit auch französischen Kindern offen. Bislang war es nicht möglich, Kinder aus Frankreich in einem deutschen Kindergarten unterzubringen.


Die Kindertagesstätte bietet Ganztagesplätze in altersgemischten Gruppen für Kinder von einem halben Jahr bis sechs Jahren. Von den insgesamt 45 Plätzen sind 15 für Kinder unter drei Jahren und 30 Plätze für Kinder im Kindergartenalter. Das gemeinsame Leben in den altersgemischten Gruppen bietet Anregungen, nicht nur für die kleineren, sondern auch für die älteren Kinder und insbesondere für die vielen Einzelkinder. Die Kleinen können von den Großen viel abschauen und die älteren Kinder ihrerseits nehmen an der Entwicklung der Kleinen lebhaft teil.


Kinder, die vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen Platz benötigen, brauchen in dieser Zeit weder die Einrichtung noch die Gruppe zu wechseln und bleiben bei ihren vertrauten Bezugspersonen. Das Kennenlernen der Sprache unseres französischen Nachbarn ist ein pädagogischer Schwerpunkt der Modelleinrichtung. Die Redner betonten bei der Einweihung, dass es wichtig sei, Einrichtungen für Kleinkinder anzubieten, die eine frühe und gezielte bilinguale Sprachförderung als pädagogischen Schwerpunkt haben und damit auch die europäische Integration fördere. Gerade das Projekt in Karlsruhe solle hier ein Beispiel sein.


Die AWO arbeitet nach dem „Immersionsmodell“: In jeder Gruppe ist eine französische Erzieherin, die ausschließlich ihre Muttersprache spricht. Die deutschen Erzieherinnen verfügen über gute Französischkenntnisse. Durch die Selbstverständlichkeit, dass zwei Sprachen gesprochen werden, haben die Kinder die Chance, die Fremdsprache in derselben Weise wie ihre Muttersprache zu erlernen. Ziel ist es, dass die Kinder französisch sprechen können, wenn sie indie Schule kommen. Es gibt noch eine weitere AWO-Einrichtung in Baden-Baden, die nach dieser Methode arbeitet.


Mit der Planung der Kindertagesstätte wurde das Architektenbüro Gebhard beauftragt. Der 600 Quadratmeter große Baukörper setzt sich aus drei Elemente zusammen: Versorgungs- und Verwaltungsriegel mit Mehrzweck- und Bewegungsraum, drei Gruppenräumen mit den jeweils dazugehörenden Sanitärbereichen und Abstellräumen sowie dem Erschließungsband mit dem gruppenübergreifenden Spielbereich entlang der Gruppenräume.

Durch die abgestaffelte Anordnung der Gruppenräume konnte der vorhandene Baumbestand in die Gesamtkonzeption eingebunden werden. Das Bauwerk wurde in einer Holzrahmenbauweise erstellt. In den Innenräumen spielt ebenfalls das natürliche Material Holz eine vorwiegende Rolle. Die Baukosten betrugen etwa 900.000 Euro.